Germann Auktionshaus AG
Fotografie
Mittwoch, 24. Juni 2026, 18:00 Uhr

Helena Almeida, Tela habitada
Helena Almeida, Tela habitada

Lot 701

Helena Almeida, 1934-2018 (PT)

Tela habitada, 1976

16 Fotografien, je verso fest auf Karton montiert und punktuell auf Plexiglas geklebt.
Einzeln je H 400 mm B 300 mm; Gesamtinstallation: H 1610 mm B 1265 mm.

Auf der Fotografie unten rechts am rechten seitlichen Rand signiert und datiert: Helena Almeida, 76.
Auflage: Edition von 3 Exemplaren plus 1 Artist Proof. (Alle Rahmen).

Provenienz:
Schweizer Privatbesitz, erworben auf der Art Basel, Basel;
Schweizer Privatbesitz, durch Erbschaft an die heutigen Besitzer.

Literatur:
Ausstellungskatalog. Helena Almeida. Galerie im Taxispalais / Galerie des Landes Tirol, Innsbruck 2003, ganzseitige Abbildung eines anderen Exemplars, Seite 2.
Ausstellungskatalog. Helena Almeida: My Work is My Body, My Body is My Work, Serralves Museu de Arte Contemporanea, Porto 2016, ganzseitige Abbildung eines anderen Exemplars Seiten 76-79.
Ausstellungskatalog. Helena Almeida. Centro Galego de Arte Contemporánea, Santiago de Compostela 2000, Abbildung eines anderen Exemplars Seite 59.

Anmerkung:

Die portugiesische Künstlerin Helena Almeida (1934-2018) schafft konzeptuelle Foto- und Performancekunst, in der sie den eigenen Körper in Beziehung zum Bild setzt. Sie untersucht Fragen von Identität, Sichtbarkeit und Begrenzung – besonders aus weiblicher Perspektive. Dabei arbeitet sie mit inszenierten Fotografien, oft in Serien, und verbindet Malerei, Körper und Raum zu einer reduzierten, präzisen Bildsprache.

In Helena Almeidas Œuvre stellt die Serie „Tela habitada“ (Bewohnte Leinwand) 1976 ein Schlüsselwerk dar, das den Grundstein für ihre daran anknüpfende Schaffensperiode legt und dessen Thema die Künstlerin in späteren Arbeiten stets wieder aufgreift.
Auf zurückhaltende, aber präzise Weise thematisiert sie darin die fragile Beziehung zwischen weiblicher Präsenz und Bildraum. Die aus 16 Aufnahmen bestehende Serie zeigt jeweils ein „Bild“ – einen Keilrahmen, bespannt mit einer leeren, durchscheinenden Stofffläche statt einer klassischen Leinwand. Ab der zweiten Aufnahme wird die Künstlerin hinter dieser Fläche sichtbar. In einer Abfolge, die an eine filmische Sequenz erinnert, entfaltet sich eine minimale Bewegung: Die Künstlerin scheint einen Versuch zu unternehmen, die vordere Bildebene zu durchbrechen. Dieser Ansatz bleibt jedoch unvollendet – die Bewegung kehrt sich um, und sie zieht sich wieder in den Bildraum zurück. Am Ende erscheint die Leinwand erneut leer und unversehrt, so ruhig und geschlossen wie zu Beginn.¹

Ein weiteres Exemplar dieser 16-teiligen Fotoserie befindet sich in der Fundação Calouste Gulbenkian in Lissabon.

¹ Vgl. Silvia Eiblmayr, in: Ausstellungskatalog. Helena Almeida. Galerie im Taxispalais / Galerie des Landes Tirol, Innsbruck 2003.

CHF60'000 / 80'000
EUR65'000 / 87'000
USD75'000 / 100'000